Bime Logo

FB4 Logo

Rundkneten ohne Schmierstoff (2018)

Herrmann, M.; Hasselbruch, H.

Umformtechnik Massiv+Leichtbau, Ausgabe 02/2018, Meisenbach Verlag GmbH, Bamberg

Abstract

Rundkneten ist ein inkrementelles Massivumformverfahren zur Herstellung rotationssymmetrischer Bauteile wie Lenkspindeln oder Antriebswellen in großer Stückzahl. Die vorzugsweise aus rohrförmigen Halbzeugen umgeformten Bauteile haben gegenüber spanend gefertigten Bauteilen bessere mechanische Eigenschaften. Diese entstehen unter anderem durch die Kaltverfestigung bei der umformenden Bearbeitung. Außerdem ermöglicht die Nutzung rohrförmiger Halbzeuge eine Anpassung der Bauteilwandstärke über die Bauteillänge, wodurch eine bessere Werkstoffausnutzung gewährleistet ist und damit ein großes Leichtbaupotential. Für gewöhnlich werden beim Rundkneten große Mengen Schmiermittel eingesetzt. Sie schützen die Werkzeuge vor adhäsivem und abrasivem Verschleiß und tragen wesentlich zur Bearbeitungsqualität bei. Weiterhin schmiert es das Knetwerk und spült die Umformzone, um Abriebpartikel auszutragen. Der Einsatz von Schmiermitteln beim Rundkneten verringert Reibung. Damit steigt die axiale Rückweiskraft: eine Prozesskraft die der Vorschubbewegung des Werkstücks entgegengesetzt ist. Sie zu reduzieren, haben konventionelle Rundknetwerkzeuge zusätzlich eine thermisch aufgespritzte raue Wolframkarbid-Kobalt-Schicht im Reduzierbereich. Dieser Bereich umfasst den Teil der Werkzeuge, in dem die primäre Umformung des Werkstückes erfolgt. Die Wolframkarbid-Kobalt-Schicht erhöht die Reibung im Kontakt von Werkzeugen und Werkstück.

https://www.umformtechnikmagazin.de/umformtechnik-forschung/rundkneten-ohne-schmierstoff_34846_de/