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Mechatronische Reibahle zur Verschleißkompensation mit Bluetooth-Interface (2008)

Kuhfuß, B.; Allers, S.:

10. Wireless Technologies Kongress, 23.-24.09.08, Stuttgart, Tagungsband S. 176-183, Hrsg. Prof. Dr. J. Wollert, Akademische Verlagsgesellschaft Aka GmbH, Heidelberg

Abstract

Das Hartreiben ist ein spanendes Fertigungsverfahren zur Bohrungsfeinbearbeitung. Typischerweise findet es Anwendung bei Passbohrungen mit Nenndurchmessern ≤20 mm und Toleranzbreiten von IT6 oder kleiner. Aufgrund der hohen mechanischen und thermischen Belastungen der Schneiden aus kubischem Bornitrid (CBN) tritt Verschleiß auf, der sich in einem Versatz der Schneidkanten äußert. Dies bewirkt, dass die Reibahle am Standzeitende zwar noch schnittfähig ist, jedoch die geforderte Durchmessertoleranz nicht mehr eingehalten werden kann. Das Werkzeug muss, sofern es diese Möglichkeit bietet, nachgestellt werden, was durch Ausspannen des Werkzeuges aus der Werkzeugmaschine und Nachstellen in einer separaten Messvorrichtung geschieht. Dieses Nachstellen bzw. Wechseln des Werkzeuges verursacht hohe Stillstandszeiten und Kosten. Zur Lösung dieses Problems wurde ein Reibwerkzeug entwickelt, dass den Kopfdurchmesser ohne manuelles Eingreifen des Maschinenbedieners im Mikrometerbereich nachstellen kann und somit den auftretenden Schneidenverschleiß kompensiert. Somit lässt sich eine signifikante Produktivitätssteigerung erzielen. Die Stellsignale für den Verstellmechanismus werden in das rotierende Werkzeug mittels eines Funkinterfaces auf Bluetooth-Basis übertragen. Die Funktionsweise dieses mechatronischen Werkzeuges sowie die Ergebnisse erster Zerspanversuche werden in diesem Beitrag vorgestellt.